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Ich bin sicher, sie weiß, daß ich sie heimlich beobachte. Und das erregt sie. Sie mag es, meine Anwesenheit auf der anderen Seite des Vorhanges zu verfolgen, meinen geduckten Körper im Dunkel wahrzunehmen. Ja, ich weiß, daß sie es weiß. Ich weiß auch, daß sie so tut, als wüßte sie es nicht. Und das erregt mich. Anfangs erkenne ich sie nur mit Mühe. Sie ist nur ein regloses, von dem Laken bedecktes unbestimmbares Etwas auf dem Bett. Allmählich zeichnen sich ihre Umrisse unter dem Tuch ab. Noch ist sie nur eine verschwommene Gestalt, nicht mehr als die Andeutung von langsam sich verändernden Formen. Es dauert nicht lange, und sie wird erkennbar. Stück für Stück, von unten nach oben, enthüllt sie ihr glänzendes Fleisch. Sie streckt sich, strafft sich, dehnt den Körper wie ein Mond, wenn er sich im zunehmenden Viertel befindet. Endlich tritt sie in ihrem ganzen nächtlichen Glanze hervor. Sie ist nicht nackt, zeigt jedoch alles. Sie stellt sogar ihre allergeheimsten Absichten zur Schau. Unterhöschen und Handschuhe sind alles, was sie anhat. Weiße Seide und schwarzes Leder. Einen Augenblick lang verharrt sie reglos. Dann zieht sie sich mit einem Ruck, wie vom Blitz getroffen, zusammen, und ihr Blick füllt sich mit einem perversen Glanz. Ihre Gesten zeigen ein krankhaftes Entzücken und beginnen langsam, sich zu entfalten. Ihre Lippen öffnen sich ein wenig und werden feucht, und trotz der Entfernung kann ich sogar das leichte Rinnen der Feuchtigkeit hören, der ihr ganzer Körper erzeugt. Ein nasses Wehklagen steigt von ihrem Bauch auf, und ihr Gesichtsausdruck ist nun verzerrt. Das Leder ihrer Handschuhe streicht über die Haut und gleitet schließlich in wilden Liebkosungen an ihrem Körper hinunter. Sie möchte sich ganz umfassen, aber sie kann es nicht. Sie berührt sich, drückt sich, preßt sich aus, und ihr Saft riecht nach Berauschtsein. Sie führt ihre Hände an den Unterleib. Schwarz auf Weiß. Ihre Muskeln schließen sich mit einem kühlen Klatschen des Fleisches. Die Finger lassen sich schließlich nieder und fangen nun an, sich rhythmisch und kreisend, wie bei einem ruhigen Walzer, zu bewegen. Ihre Seufzer und ihr Schnaufen werden immer heftiger. Sie hört auf, sich zu winden. Schon läßt ihre Hose die bereits überfließende Feuchtigkeit durchsickern. Die sanfte Massage der Finger spürt den Saum ihres verborgensten Haarbüschels auf und taucht in die geheimste Falte des Stoffes ein. Mit einem Mal erscheint eine Rasierklinge in ihrer Hand. Der Glanz der Klinge trifft mich wie ein eisiger Peitschenknall. Behutsam führt sie sie mit einer an Schamlosigkeit grenzenden Liebkosung über ihren Körper. Dann richtet sie sich auf und schick sich an, sich einen heftigen wollüstigen Schlag zu versetzen. Hingerissen hält sie, halb wie während eines Rituals, halb wie bei einer chirurgischen Operation, den unteren Teil der Hose fest. Die Seide umschlingt ihr überfließendes Geschlecht. Sie nähert die Klinge dem Stoff an und verharrt einige Augenblicke lang still (aufmerksam oder verzückt?). Sie hat weder Skrupel, noch empfindet sie Reue, genießt einfach nur den Augenblick. Vorsichtig beginnt sie den Stoff von unten nach oben zu zerreißen. Die Klinge gleitet über die Hose dahin und ruft dabei ein leichtes Rauschen von zerrissenen Fäden hervor. Hinter der Furche, die das Messer hinterläßt, quillt eine glühende Wunde hervor. Mit leuchtendem Glanz bricht ihr Geschlecht an die Oberfläche. Ihr rosiger Schlitz hebt sich von der weißen Seide ab wie eine aufbrechende Blüte aus Fleisch. Sobald das Tor, durch das ihr feuchtes Verlangen atmet, sich geöffnet hat läßt sie das Messer los und entblößt ihre Hand. Die Liebkosungen haben ihr Fleisch nun endgültig in Aufruhr versetzt. Gierig führt sie einen Finger zum Mund. Dann zieht sie ihn glänzend wieder heraus und lenkt ihn dahin, wo die Seide gerissen ist. Schließlich verschwindet er im Innersten ihrer Blume, taucht dort auf der Suche nach dem Nektar unter. Ihr Körper nimmt das Eindringen mit einem Zucken auf, das ihren Kopf nach hinten schleudert und ihr ein dumpfes Klagen entreißt. Sie gewinnt die Oberhand mit einem krankhaften Schnurren. Ich dagegen gerate langsam außer mich. Sie fängt an, um ihren neuen Schwerpunkt herumzukreisen. Der in dem schäumenden Krater begrabene Finger leitet ein harmonisches Auf und Ab ein. Sie läßt jegliche Bedenken hinter sich. Sie entreißt ihrer Haut die letzten Reste der Beherrschung und ergibt sich einer ungeheuren Animalität. Sie stößt ein Heulen aus und bäumt sich auf. Schweißgebadet und keuchend setzt sie sich im Bett auf. Fast scheint sie schon zu explodieren, aber dann preßt sie die Lippen zusammen, schnaubt schwer, und es gelingt ihr, das Delirium hinauszuzögern. Ihre Augen, die sie nun öffnet, verdreht sie, so wie eine nicht endende Spirale. Nur einen Augenblick lang bleibt ihr Körper aufgerichtet. Sie dreht sich herum und läßt sich, mir den Rücken zukehrend, fallen. Sie legt sich auf den Bauch, wiegt die Hüften hin und her und gibt ihren Schenkeln die Sporen. Die zerrissene, zwischen den Gesäßbacken gefangene Seide begleitet die kreisenden Bewegungen mit einem leichten Knistern. Ein allmähliches Überquellen ergreift auch von mir Besitz. In dem Augenblick, in dem meine Sicht schon beinahe trübe wird, fängt ein neuer Strahl sie plötzlich ein. Denn sie läßt ihre Hosen herunter wie eine Flagge und enthüllt dabei den schillernden Glanz jener zwei fleischigen Backen, in denen ihre Muskeln gipfeln. Sie hält die Hose zusammengerollt über der Scham fest, und da sie nun gar nichts mehr zurückhält, läßt sie sich in alle Richtungen gehen. Mit der Rechten streichelt sie ihren Hintern, mit der Linken fährt sie fort, sich Lust zu bereiten. Das Laken, mit dem sie sich knebelt, vermag nur mit Mühe ihre Schreie zu unterdrücken. Einige Augenblicke gibt sie sich immer schnelleren Zuckungen hin. Zuletzt bleibt nur noch ein von den Schenkeln her aufsteigendes Aufbäumen übrig. Auch ich finde meinen Atmen wieder, und, zuvor von ihrer Lust abgelenkt, entdecke ich nun mit Verwunderung meine dicke weiße Flüssigkeit, die ebenso weich ist wie die Seide. Der Samt faltet sich zusammen und sämtliche Spalten schließen sich. Der Vorhang fällt.