Dr. Helmut Bilder präsentiert nackte Asiatinnen
Ich bin sicher, sie weiß, daß ich sie heimlich beobachte. Und das erregt sie.
Sie mag es, meine Anwesenheit auf der anderen Seite des Vorhanges zu
verfolgen, meinen geduckten Körper im Dunkel wahrzunehmen. Ja, ich weiß, daß
sie es weiß. Ich weiß auch, daß sie so tut, als wüßte sie es nicht. Und das
erregt mich.
Anfangs erkenne ich sie nur mit Mühe. Sie ist nur ein regloses, von dem Laken
bedecktes unbestimmbares Etwas auf dem Bett. Allmählich zeichnen sich ihre
Umrisse unter dem Tuch ab. Noch ist sie nur eine verschwommene Gestalt, nicht
mehr als die Andeutung von langsam sich verändernden Formen. Es dauert nicht
lange, und sie wird erkennbar. Stück für Stück, von unten nach oben, enthüllt
sie ihr glänzendes Fleisch. Sie streckt sich, strafft sich, dehnt den Körper
wie ein Mond, wenn er sich im zunehmenden Viertel befindet. Endlich tritt sie
in ihrem ganzen nächtlichen Glanze hervor.
Sie ist nicht nackt, zeigt jedoch alles. Sie stellt sogar ihre
allergeheimsten Absichten zur Schau. Unterhöschen und Handschuhe sind alles,
was sie anhat. Weiße Seide und schwarzes Leder. Einen Augenblick lang
verharrt sie reglos. Dann zieht sie sich mit einem Ruck, wie vom Blitz
getroffen, zusammen, und ihr Blick füllt sich mit einem perversen Glanz. Ihre
Gesten zeigen ein krankhaftes Entzücken und beginnen langsam, sich zu
entfalten.
Ihre Lippen öffnen sich ein wenig und werden feucht, und trotz der Entfernung
kann ich sogar das leichte Rinnen der Feuchtigkeit hören, der ihr ganzer
Körper erzeugt. Ein nasses Wehklagen steigt von ihrem Bauch auf, und ihr
Gesichtsausdruck ist nun verzerrt.
Das Leder ihrer Handschuhe streicht über die Haut und gleitet schließlich in
wilden Liebkosungen an ihrem Körper hinunter. Sie möchte sich ganz umfassen,
aber sie kann es nicht. Sie berührt sich, drückt sich, preßt sich aus, und
ihr Saft riecht nach Berauschtsein.
Sie führt ihre Hände an den Unterleib. Schwarz auf Weiß. Ihre Muskeln
schließen sich mit einem kühlen Klatschen des Fleisches. Die Finger lassen
sich schließlich nieder und fangen nun an, sich rhythmisch und kreisend, wie
bei einem ruhigen Walzer, zu bewegen.
Ihre Seufzer und ihr Schnaufen werden immer heftiger. Sie hört auf, sich zu
winden. Schon läßt ihre Hose die bereits überfließende Feuchtigkeit
durchsickern. Die sanfte Massage der Finger spürt den Saum ihres
verborgensten Haarbüschels auf und taucht in die geheimste Falte des Stoffes
ein.
Mit einem Mal erscheint eine Rasierklinge in ihrer Hand. Der Glanz der Klinge
trifft mich wie ein eisiger Peitschenknall. Behutsam führt sie sie mit einer
an Schamlosigkeit grenzenden Liebkosung über ihren Körper. Dann richtet sie
sich auf und schick sich an, sich einen heftigen wollüstigen Schlag zu
versetzen.
Hingerissen hält sie, halb wie während eines Rituals, halb wie bei einer
chirurgischen Operation, den unteren Teil der Hose fest. Die Seide umschlingt
ihr überfließendes Geschlecht. Sie nähert die Klinge dem Stoff an und
verharrt einige Augenblicke lang still (aufmerksam oder verzückt?). Sie hat
weder Skrupel, noch empfindet sie Reue, genießt einfach nur den Augenblick.
Vorsichtig beginnt sie den Stoff von unten nach oben zu zerreißen.
Die Klinge gleitet über die Hose dahin und ruft dabei ein leichtes Rauschen
von zerrissenen Fäden hervor. Hinter der Furche, die das Messer hinterläßt,
quillt eine glühende Wunde hervor. Mit leuchtendem Glanz bricht ihr
Geschlecht an die Oberfläche.
Ihr rosiger Schlitz hebt sich von der weißen Seide ab wie eine aufbrechende
Blüte aus Fleisch. Sobald das Tor, durch das ihr feuchtes Verlangen atmet,
sich geöffnet hat läßt sie das Messer los und entblößt ihre Hand. Die
Liebkosungen haben ihr Fleisch nun endgültig in Aufruhr versetzt.
Gierig führt sie einen Finger zum Mund. Dann zieht sie ihn glänzend wieder heraus und lenkt ihn dahin, wo die Seide gerissen ist. Schließlich
verschwindet er im Innersten ihrer Blume, taucht dort auf der Suche nach dem
Nektar unter.
Ihr Körper nimmt das Eindringen mit einem Zucken auf, das ihren Kopf nach
hinten schleudert und ihr ein dumpfes Klagen entreißt. Sie gewinnt die
Oberhand mit einem krankhaften Schnurren. Ich dagegen gerate langsam außer
mich.
Sie fängt an, um ihren neuen Schwerpunkt herumzukreisen. Der in dem
schäumenden Krater begrabene Finger leitet ein harmonisches Auf und Ab ein.
Sie läßt jegliche Bedenken hinter sich. Sie entreißt ihrer Haut die letzten
Reste der Beherrschung und ergibt sich einer ungeheuren Animalität.
Sie stößt ein Heulen aus und bäumt sich auf. Schweißgebadet und keuchend
setzt sie sich im Bett auf. Fast scheint sie schon zu explodieren, aber dann
preßt sie die Lippen zusammen, schnaubt schwer, und es gelingt ihr, das
Delirium hinauszuzögern. Ihre Augen, die sie nun öffnet, verdreht sie, so wie
eine nicht endende Spirale. Nur einen Augenblick lang bleibt ihr Körper
aufgerichtet. Sie dreht sich herum und läßt sich, mir den Rücken zukehrend,
fallen.
Sie legt sich auf den Bauch, wiegt die Hüften hin und her und gibt ihren
Schenkeln die Sporen. Die zerrissene, zwischen den Gesäßbacken gefangene
Seide begleitet die kreisenden Bewegungen mit einem leichten Knistern.
Ein allmähliches Überquellen ergreift auch von mir Besitz. In dem Augenblick,
in dem meine Sicht schon beinahe trübe wird, fängt ein neuer Strahl sie
plötzlich ein. Denn sie läßt ihre Hosen herunter wie eine Flagge und enthüllt
dabei den schillernden Glanz jener zwei fleischigen Backen, in denen ihre
Muskeln gipfeln.
Sie hält die Hose zusammengerollt über der Scham fest, und da sie nun gar
nichts mehr zurückhält, läßt sie sich in alle Richtungen gehen. Mit der
Rechten streichelt sie ihren Hintern, mit der Linken fährt sie fort, sich
Lust zu bereiten. Das Laken, mit dem sie sich knebelt, vermag nur mit Mühe
ihre Schreie zu unterdrücken.
Einige Augenblicke gibt sie sich immer schnelleren Zuckungen hin. Zuletzt
bleibt nur noch ein von den Schenkeln her aufsteigendes Aufbäumen übrig. Auch
ich finde meinen Atmen wieder, und, zuvor von ihrer Lust abgelenkt, entdecke
ich nun mit Verwunderung meine dicke weiße Flüssigkeit, die ebenso weich ist
wie die Seide.
Der Samt faltet sich zusammen und sämtliche Spalten schließen sich.
Der Vorhang fällt.