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Sexualität in der Schwangerschaft: Tut es weh? Kann man das Kind verletzen? Geht das überhaupt? - Fragen zur Sexualität in der Schwangerschaft sind nach wie vor ein fester Bestandteil der Vorbereitungskurse. In den meisten Fällen sind die Bedenken jedoch unbegründet ... Sexualität in der Schwangerschaft ist in unserer scheinbar aufgeklärten Gesellschaft längst kein Tabuthema mehr. Die Bäuche werdender Mütter sind begehrte Motive der Aktkunst und selbst die Pornoindustrie vermarktet das ehemals "Unberührbare" als bizarren Fetisch. Im praktischen Beziehungsalltag sieht alles anders aus. Angesichts der neuen Situation zu dritt kommt es zu ungewohnten Fragen und Problemen. Fachleute sind sich darin einig, dass es aus medizinischer Sicht keinen Grund gibt, während einer Schwangerschaft auf Sex zu verzichten. Ausnahmen bestehen, wenn die Schwangerschaft gefährdet ist, oder wenn die Frau zu vorzeitiger Wehentätigkeit neigt. In diesem Fall kann das Prostaglandin, ein Hormon, das im Sperma des Mannes enthalten ist, eine vorzeitige Wehentätigkeit auslösen. Um dies zu verhindern, sollten Kondome benutzt werden. Prostaglandin ist nur ein Hormon, das während der Schwangerschaft eine Rolle spielt. Beschäftigten sich die Diskussionen zum Thema bislang zumeist mit der Frage nach Verletzungsgefahren, betonen neuere Studien den positiven Einfluss der weiblichen Schwangerschaftshormone auf die Mutter-Kind-Bindung und die in dieser Zeit beanspruchte Gebärmuttermuskulatur. Das wichtigste Schwangerschaftshormon ist das Oxytocin, das in besonderem Maße zur Stärkung der Mutter-Kind-Bindung beiträgt. Dieses Hormon wird u. a. bei der Brust- bzw. Klitorisstimulation ausgeschüttet, d. h. der Spaß am Sex überträgt sich über Endorphine und Oxytocin in positiver Weise auf das Kind. Die Produktion von Oxytocin ist aber nicht auf den Geschlechtsakt beschränkt. Auch ein romantisches Essen oder ein Flirt regen zu dessen Ausschüttung an. Das ist von der Natur schlau durchdacht, denn die Lust auf Sex kann in der Schwangerschaft für beide Partner zum Problem werden. Es sind nicht nur die Väter, die über mangelnde Lust ihrer Partnerinnen klagen. Ebenso häufig ist sogar das Gegenteil der Fall. Viele Frauen sind in der Schwangerschaft sensibler, feuchter und damit auch für Zärtlichkeiten empfänglicher. Da der Vater seine Partnerin in dieser Zeit jedoch in erster Linie als werdende Mutter wahrnimmt, ist er mit dieser Situation nicht selten überfordert. Es ist unerlässlich, über Schwierigkeiten dieser Art zu sprechen und herauszufinden, wo sich beide Partner treffen können, damit die Schwangerschaft für beide eine unvergessliche Zeit wird. Auch der vermittelnde Rat einer Hebamme kann hier weiterhelfen. Fest steht, dass harmonischer Sex während der Schwangerschaft sowohl der Beziehung zum Partner als auch der Mutter-Kind-Bindung zu Gute kommt. Für die werdende Mutter trägt Sex, so wie sie ihn mag, außerdem spürbar zur Steigerung des körperlichen und seelischen Wohlbefindens bei.